HAUSraster #5: Hör mal wer da baggert!

Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich manchmal denken, ich bin mit Tim Taylor, dem Heimwerker-Chaoten verheiratet.

Wir haben bei unserem Fertighaus praktisch Alles ab dem Rohbau rausgerechnet, weil mein Mann und seine Home-Boys ihr handwerkliches Talent unter Beweis stellen wollten.

Von den Spachtelarbeiten, über die Montage der Innentüren bis zur Montage der französischen Balkone im Obergeschoss können die Jungs einfach Alles. Und das ist es doch was das männliche Geschlecht für uns Frauen so attraktiv macht – Sie retten jede Situation!

Heute beginnen die Arbeiten rund um´s Haus. Der Bagger wurde pünktlich um 14 Uhr angeliefert und die Erde wird seit Stunden mit dem guten Stück hin und her transportiert. Während ich in der Küche stehe, fährt ein Bagger langsam an mir vorbei: “ Willkommen bei Mc Donald´s, Ihre Bestellung bitte!“ und ich reiche eine prickelnde Flasche Bier nach draußen.

In diesem Moment denke ich gerade darüber nach, dass seit drei vollen Tagen keine einzige Katastrophe passiert ist. Ich bin noch nie so lange am Stück desasterfrei… mein schlechtes Karma scheint wirklich weitergezogen zu sein, zu irgendeinem anderen armen Schwein. Irgendwem, der es wahrscheinlich genauso wenig verdient hat wie ich.

Und zack, rutscht der Bagger gegen die Hauswand und das Leben lacht sich diabolisch ins Fäustchen.

Man soll halt den Tag doch nicht vor dem Abend loben.

Ich schlüpfe hastig in die Schuhe und eile nach draußen. Der Bagger hängt in der Hauswand fest, die Erde war abgerutscht und man bekommt ihn wieder vor noch zurück bewegt. Schon ein Zentimeter Bewegung reißt direkt das nächste Stück Putz runter.

30 Minuten lang weist mein Mann einen verzweifelten Baggerfahrer nun schon dabei an aus diesem Schlamassel wieder rauszukommen. Ich kann in aller Gemütlichkeit alles von der Couch aus beobachten, auf die ich mich zurückgezogen habe. Ändern lässt sich das ja eh nicht mehr und durch ein Glas Gin sieht auch alles nur halb so schlimm aus.

Der Bagger schrabbt an der Hauswand vorbei und geradewegs auf den weiß verputzen Pfeiler des Freisitzes zu. Noch ein Schluck zur Beruhigung. In einem Film würde das Publikum jetzt Bauchschmerzen haben vor Lachen. Mit viel Geschick schaffen es die Männer den Bagger freizubekommen ohne noch mehr anzurichten. Ein Wunder ist geschehen! Ich gehe raus, um mir das Ergebnis des Tages aus nächster Nähe anzusehen.

Die terrakotta-farbene Wand ist überseht mit grauen Streifen und am weißen Fensterrand schaut schon der Unterbau des Putzes hervor.

Letztlich bleiben nur zwei Dinge zu sagen:

  1. HAUSraster ist, wenn man´s krachen hört
  2. Willkommen zurück Mieses Karma!

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